Die Mü 22b war der Nachfolger für die 1959 verunfallte a-Version.Sie behielt die bewährten Konstruktionsprinzipien der Mü 22a bei, wurde aber mit Pendel-V-Leitwerk und einem strömungsgünstigeren Rumpf mit einer Glasfaser-Kunststoffschale ausgestattet. Die Mü 22b wurde am 13.3.1964 eingeflogen und absolvierte in der Folgezeit umfangreiche Flugtests. Am 05.06.1964 erlitt das Flugzeug bei der Flugerprobung zum Stabilitäts-und Flatterverhalten einen Leitwerksbruch und stürzte ab. Pilot Frodo Hadwich stieg mit dem Fallschirm aus und blieb unverletzt. Das Flugzeug wurde beim Aufprall nur leicht beschädigt. Die Unfallursache (ein gebrochener Bolzen an der Leitwerkslagerung) wurde behoben und die Mü 22b wieder aufgebaut.

Interessant ist der Aufbau der Tragflügel, deren Holzbauweise mit dem extrem engen Rippenabstand von 110 mm gute Formhaltigkeit und -treue gewährt. Diese Bauweise steht neuartigen Kunststoffoberflächen nur wenig nach. Die Mü 22b wurde später als Streckensegelflugzeug genutzt und ist in der Akaflieg noch immer ein sehr beliebtes Leistungssegelflugzeug mit angenehmen Flug- , wenn auch gewöhnungsbedürftigen Landeeigenschaften. 1986 gewann Akaflieger Heiko Hertrich mit einem 586km-FAI-Dreieck auf der Mü 22b die Teilnahme am Barron-Hilton-Cup, Jan Skedelj flog sogar ein (fast) vollständiges 650km-Dreieck.

Technische Daten der Mü 22b:

Spannweite17 m
Flügelfläche13,7 m²
Streckung21,1
Flächenbeslatung26,6 kg/m²
ProfilNACA 63(3)-618
Rüstgewicht280 kg
Fluggewicht360 kg
Sinkgeschwindigkeit0,56 m/s (bei 69 km/h)
Gleitzahl36 (bei 80 km/h)

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