Die DM-Serie (geplant in Versionen von 1 bis 4) war ein Gemeinschaftsprojekt der Akaflieg Darmstadt und München. Sie ist eines der spannendsten Projekte der Akaflieg. Bei der Planung der DM-Serie wurden Grenzen überschritten, die den Entwicklungsmöglichkeiten einer Akaflieg und der Luftfahrt allgemein gesetzt waren. So hatte beispielsweise die DM4 eine geplante Fläche von 70m² und sollte Geschwindigkeiten von mehr als 10.000 km/h erreichen. (Diese Werte sind heute unrealistisch, erschienen damals aber als durchaus erreichbar.)

Für das Überschalljäger-Projekt P13a des Konstrukteurs Dr. Alexander Lippisch sollte die Akaflieg Darmstadt ein triebwerkloses 1:1-Modell bauen. Als die Werkstatt der Akaflieg Darmstadt im September 1944 ausgebombt wurde, zog die Gruppe samt Projekt D33 in die Werkstatt der Akaflieg München in Prien am Chiemsee um und kooperierte mit den Münchnern. Aus dem Projekt D33 wurde DM1. Hauptbeteiligte waren die Darmstädter Wolfgang Heinemann und Hans Zacher sowie die Münchner Klaus Metzner und Hermann Nenninger.

Die antriebslose DM1 war als einsitziges Delta-Versuchsflugzeug aus Holz, Sperrholz und Stahlrohr geplant. Sie sollte im Huckepackschlepp mit Dreipunktfesselung durch eine Motormaschine auf Höhe geschleppt und ausgeklinkt werden, um dann im Bahnneigungsflug hohe Geschwindigkeiten zu erreichen.

Nach dem Einmarsch von US-Truppen in Prien im Mai 1945 wurden die Arbeiten an der DM1 im Auftrag der US-Militärregierung weitergeführt. Sogar der Kommandierende General der 7.US-Armee, Patton, und der Atlantik-Flieger Charles Lindbergh besuchten Prien, um das Projekt zu sehen. Anfang November war die DM1 fertiggestellt und wurde von den US-Truppen in einer Holzkiste nach Langley Field im US-Bundesstaat Virginia verschifft. Im dortigen Windkanal untersuchte die NACA (National Advisory Committee for Aeronautics, Vorläufer der heutigen NASA) das Strömungsverhalten der DM1. Der Delta-Segler wurde mehrfach umgebaut und diente schließlich als Ausgangsmodell späterer US-Deltaprojekte wie der Convair XF-92A.

Als erstes vollständig gebautes Delta-Flugzeug sollte die DM1 Anfang 1950 im National Air and Space Museum der Smithsonian Institution in Washington, D.C. ausgestellt werden. Die DM-1 kann heute (Stand 2012) im Steven F. Udvar-Hazy Center in der Nähe von Washington D.C. besichtigt werden.

Technische Daten der DM-Serie (geplant):

 DM-1DM-2DM-3DM-4
Spannweite (m)6,08,258,25
Länge (m)6,328,948,94
Höhe (m)3,254,124,12
Besatzung1 Pilot, sitzend1 Pilot, liegend1 Pilot, liegend
VerwendungszweckVersuchsflugzeugÜberschall-VersuchsflugzeugDM-2 mit DruckkabineTriebwerkserprobung
Steiggeschwindigkeit (km/h)500
Höchstgeschwindigkeit (km/h)5606.00010.000
Landegeschwindigkeit (km/h)7285
Gleitzahl7
TriebwerkWalther Raketen-TriebwerkWalther C-Raketen-TriebwerkWalther C-Raketen-Triebwerk
Leergewicht (kg)3752.500 ohne Triebwerk
Fluggewicht (kg)46011.500
BaustoffeHolz, StahlrohrHolz, MetallHolz, Metall

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