Der ‚Milan‘ ist eines der erfolgreichsten Segelflugzeuge, das die Akaflieg in ihrer Geschichte gebaut hat. Die Konstruktion dieses Doppelsitzers stammt von Dipl.-Ing. Egon Scheibe. Der ‚Milan‘ ist das erste Flugzeug, bei dem ein Stahlrohr-Rumpf erfogreich eingesetzt wurde. Es begründet die sog. ‚Münchner Schule‘.

Das Mü-Profil der Tragflächen in Holzbauweise hatte die Akaflieg selbst entwickelt. Es bewährte sich besonders gut im Langsamflug, also beim Thermikkreisen. Als Höchstgeschwindigkeit sind im Prüfschein (irrtümlich) 290 km/h angegeben. Der hintere Pilotensitz der Mü10 wurde durch eine kleine Schwenktür unter der linken Fläche bestiegen. (Diese Tür wurde oft auch als Abstiegshilfe eingesetzt.) Doppelsitzig lag das geringste Sinken bei 0,7 m/s (einsitzig 0,65 m/s). Im Archiv der Akaflieg München ist noch eine ausführliche Baubeschreibung für den ‘Milan’ von Egon Scheibe erhalten. Daraus ist ersichtlich, daß bei der Konstruktion vor allem auf Handlichkeit bei Transport und Montage wert gelegt wurde. Trotzdem wurde die Mü10 im Datenblatt von 1938 als ‘Höchstleistungs-Segelflugzeug’ mit der Gleitzahl 20 ausgewiesen. Der ‘Milan’ hat seit seines Erstfluges 1934 eine wechselhafte und spannende Geschichte erlebt (siehe auch Brütting: ‘Die berühmtesten Segelflugzeuge’). Vor dem Krieg flogen Akaflieger unter anderem die Strecken Hesselberg-Prag (1934), Salzburg-Fara d’Alpago/Italien (195 km; 1937) und Bern-Pallanza/Lago Maggiore (136 km; 1938) auf dem Doppelsitzer. Der Milan erhielt 1934 den Rhön-Konstruktionspreis, 1937 den 1.Preis in der Höhenwertung bei der ISTUS-Tagung (Internationale Studienkommission für Segelflug) mit 2980 Metern über Ausklinkhöhe sowie zahllose Streckenflugpreise. Später wurde das Flugzeug im Deutschen Museum ausgestellt und überlebte dort den 2. Weltkrieg. Weil die wiedergegründete Akaflieg im August 1951 einen Schulungs- und Leistungs-Doppelsitzer brauchte, wurde die Mü10 aus dem Museum geholt und wieder flugklar gemacht. Mit dem ‘Milan’ wurden danach noch weite Streckenflüge unternommen, so auch beim Alpenwandersegelflug 1959. Heute hat die Mü10 ihre endgültige Heimat im Deutschen Museum gefunden.

Span 17,8 m
Wing area
20m²
Aspect ratio
15,6
Wingload
16,8 kg/m²
Profile

Construction weight
180 kg
Flight weight
335 kg
Sink speed
0,65 m/s (bei 50 km/h)
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